Verschlossen hinter Mauern und Bäumen liegt im Osten Hamburgs ein Ort, den kaum eine:r kennt: der sogenannte „Tansania-Park“ auf dem Gelände einer ehemaligen Militäranlage in Hamburg-Jenfeld. Dort finden sich Denkmäler, die während der NS-Zeit errichtet wurden und den deutschen Kolonialismus in Ostafrika verherrlichen – ein Beispiel für eine kolonialrevisionistische Geschichtsschreibung:
Wie gehen wir mit einem solchen Ort um, an dem gewaltvolle Kolonialgeschichte so verzerrt dargestellt wird?
Die Referentin Viktoria Zvolski nimmt die Schüler:innen mit auf einen Rundgang durch den Park. Sie arbeitet für den Verein Salon International, der sich zum Ziel gesetzt hat, Fragen um koloniale Erinnerungskultur öffentlich zu verhandeln und dazu beizutragen, kulturelle Diversität in Deutschland zu stärken. Seit 2023 ist der Verein mit vielen Projekten im Park aktiv, um Begegnung und Austausch insbesondere für junge Menschen zu fördern.
Durch interaktive Methoden werden Geschichte sowie die fortwährenden Strukturen von Ungerechtigkeit und Unterdrückung visualisiert. Die Schüler:innen werden dazu ermutigt, im Park selbständig Spuren zu entdecken und ihre eigenen Perspektiven auf Macht, Erinnerung und globale Gerechtigkeit zu entwickeln und zu teilen.
An weiteren Stationen geht es im gemeinsamen Austausch um Fragen der Erinnerungspolitik, Wissensmacht und Verantwortung: Wer entscheidet, was erinnert wird? Welche Perspektiven fehlen? Wie prägen postkoloniale Strukturen heute globale Ungleichheiten, Rassismus und Machtverhältnisse?
Der Rundgang lädt dazu ein, die im Park vorgefundene Gedenkarchitektur kritisch zu bearbeiten, eigene Eindrücke zu teilen und Verbindungen zwischen Vergangenheit und Gegenwart herzustellen: Was können wir mit solchen Orten wie dem sogenannten „Tansania-Park“ heute machen? Welche Verantwortung habe ich selbst im Umgang mit kolonialer Geschichte?